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    Strube-Fachtagung in Bern

    Zahlreiche Gäste aus Industrie, den Anbauer-Verbänden und dem Bundesamt für Landwirtschaft diskutierten an der Strube- Fachtagung vom 28. Februar 2014 in Bern über die Zukunft der Schweizer Zuckerproduktion. Die gesamte Wertschöpfungskette vom Züchter, über die Anbauer und die Beratung bis zur Zuckerfabrik ist gewillt, sich den Herausforderungen des Marktes nach der Aufhebung der EU-Zuckerquote zu stellen.

    Aus Sicht der Zuckerfabrik wird der Weltmarktpreis für Zucker grossen Einfluss haben auf die Wettbewerbsfähigkeit von Schweizer Zucker. Den Kunden sollen die Vorzüge von lokal produzierten Zucker nahegelegt werden, wobei die Industriekunden als Hauptabnehmer mit 85% Anteil nicht in jedem Fall bereit sind eine entsprechende Swissness Prämie zu zahlen. Auch im Sortiment steckt Ausbaupotenzial, beispielsweise  mit innovativen Produkten und Dienstleistungen. Nebst Anstrengungen in der Kostenkontrolle wird auch der Zollabschöpfung grosse Bedeutung beigemessen. So hat die EU mit 419 Euro/t Zucker einen deutlich höheren Zollansatz für Importzucker als die Schweiz mit momentan 260 Franken/t.

    Die Unterstützung der Wirtschaft und der Politik wird gefragt sein, wenn die europäischen Zuckerfabriken ab 2017 ihre Kapazitäten hochfahren werden.

    Die Pflanzer wollen die Anbaubereitschaft erhalten, jedoch nicht zu jedem Preis. In den Bereichen Erosion und Pflanzenschutzmittel wollen die Landwirte auch Verantwortung übernehmen. Als Indikator für die Zukunftsfähigkeit von Inlandzucker beobachtet man die Investitionsbereitschaft auf Seiten der Industrie genau. Ein Knackpunkt zukünftigen Lösungen – darin ist man sich einig – liegt im Transport der Rüben. Schliesslich glaubt Samuel Keiser, Präsident der Schweiz. Zuckerübenpflanzer, dass die Kommunikation über die erbrachten Leistung gegenüber den Konsumenten verstärkt eingesetzt werden soll.

    Diverse interessante Fragen stehen in der Beratung an. Technische Lösungen wie Unkrautbestimmungs-Apps, Einsatz von Mini-Drohnen Oktokoptern zur Unkrauterfassung oder Pflanzensaftanalyse nehmen zu. Daneben verfolgt man in Dänemark Ideen, um laut Stefan Wyss, Schweiz. Fachstelle für Zuckerrübenbau, die beste landwirtschaftliche Praxis zu erfassen und zu verbreiten. Was mehr Wirkung hat,  die schwächsten 20% anzuheben und/oder die Top-Pflanzer weiter voranzubringen, darüber waren sich die  Teilnehmer (noch) nicht einig.

    Ulrich Schwarzer zeigt in seinen Abschlussreferat eindrücklich wie Strube die Herausforderung der Resistenzzüchtung zu meistern versucht. Die Komplexität und der Aufwand der Züchtungsarbeit hängt davon ab, wieviele Gene eine Merkmals-Ausprägung bestimmen und in welcher Distanz diese innerhalb der Genkarte auseinander liegen. Während Rizomaia monogentische  festgelegt wird, sind bei Cercospora und Nematoden viele Gene im Spiel. Das macht es aufwändig, gerade im Fall von Rübenkopfählchen, welche auf einigen wenigen Hektaren u. A. auch in der Schweiz vorkommen.

    Die zuckerreiche Sorte Hannibal hat mit ihrem fulminanten Markteintritt gezeigt, dass Strube die richtigen Antworten auf die Bedürfnisse der Zuckerrübenbranche hat. Damit das auch in Zukunft so bleibt, forscht man heute an Zielen, welche in 10 Jahren vom Markt verlangt werden.

    Schweizer Bauer  Unser Zucker muss besser sein_05.03.2014
    Schweizer Bauer Zuchtfortschritt und Resistenzzüchtung_05.03.2014

    link zu den Referaten