Zusätzliche IP-Suisse-Rübenfläche muss der Markt erst nachfragen



Seit 2017 gibt es IP-Suisse-Zucker. Mirjam Lüthi, bei IP-Suisse verantwortlich für Projekte, erklärt im Interview wie der Anbau von IP-Suisse-Zuckerrüben funktioniert und was die Herausforderungen sind.

Worin unterscheidet sich der IP-Suisse-Rübenanbau zum konventionellen Anbau?

Mirjam Lüthi: Beim IPS-Rübenanbau dürfen grundsätzlich keine Insektizide, zum Beispiel gegen Erdflöhe und Blattläuse und keine Fungizide gegen Cercospora eingesetzt werden. Es gibt zudem Einschränkungen bei den Herbiziden. Chloridazon, S-Metolachlor (Dual Gold) und Lenacil (z.B. Venzar) sind verboten.

Ausserdem müssen mindestens 10 Aren Biodiversitätsförderflächen im Ackerbau angelegt werden. Dies können Blühstreifen, Bunt- oder Rotationsbrachen oder Säume auf Ackerflächen sein. Zuckerrüben dürfen im Labelanbau nur alle 4 Jahre auf der gleichen Parzelle angebaut werden. Der Betrieb muss wie alle IP-Suisse-Betriebe die Grundanforderungen Biodiversität erfüllen (Biodiversitätspunkte).

Wieviele Produzenten sind aktuell angemeldet?

Lüthi: Momentan sind es noch 224 Produzenten mit total 1060 Hektaren. Ursprünglich hatten sich für das laufende Jahr 248 Produzenten angemeldet. 

Welche Menge IP-Suisse-Zucker wird produziert und welches sind die Abnehmer?

Lüthi: Je nach Zuckerertrag werden heuer rund 13’000 Tonnen IP-Suisse-Zucker produziert. Zum Vergleich: Die Produktion von konventionellem Zucker beträgt rund 250‘000 Tonnen pro Jahr. Kontingente für IPS-Zucker wären mehr vorhanden. Die Abnehmer des Label-Zuckers sind derzeit Coop, Denner, Landi und Volg.

Was sind die wirtschaftlichen Anreize für die Produktion von IP-Suisse-Zuckerrüben?

Lüthi: Es gibt eine Labelprämie von Fr. 40.-/Tonne gelieferter A-Zucker. Zudem können Ressourceneffizienz-Beiträge für den Anbau ohne Fungizide und Insektizide in der Höhe von 400.-/ha gelöst werden.

Was sind die grössten Schwierigkeiten im IP-Suisse-Rübenanbau?

Lüthi: Dieses Jahr war der Verzicht auf Insektizide eine grosse Herausforderung, da der Druck mit Erdflöhen und Blattläusen sehr hoch war, keine Gauchobeizung mehr erlaubt ist und die Trockenheit zusätzlich Stress verursacht hat. Viele Felder hatten einen Wachstumsstillstand zu verzeichnen und es gab rund 9% Abmeldungen vom Labelanbau.

Wie soll sich die IP-Suisse-Rübenfläche künftig entwickeln? 

Lüthi: Die Zuckerrübenfläche konnte von ursprünglich 250 ha auf über 1000 ha erhöht werden. Wir möchten, dass die Fläche in Zukunft weiter ansteigen wird und stehen einer Weiterentwicklung nicht im Wege. Schlussendlich wird es aber der Markt zeigen, wie sich der Zuckeranbau weiter entwickeln wird.

Siehe auch das Porträt von Daniel Schwab, IP-Suisse Produzent


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